Montag, 10. August 2020
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Chronik

Die erste Erwähnung der Feuerwehr Schweiburg fand 1872 statt, es soll sich um eine Pflichtfeuerwehr mit einer vier Mann starken Besetzung gehandelt haben, nähere Aufzeichnungen zu dieser Zeit gibt es leider heute nicht mehr. Als Zeitzeuge aus dem Jahr 1879 dient lediglich das kleine Spritzenhaus an der Bundesstraße (gegenüber des Frisörs). Das war die erste bekannte Unterkunft für die Feuerwehr. Unser Foto zeigt das alte Spritzenhaus im Jahr 1993 nach der, in Eigenleistung vollbrachten, Restaurierung. Vor der ersten gesicherten Erwähnung einer Feuerwehr, gehörte Schweiburg dem Amt Rastede an (bis 1868)

In diesem Spritzenhaus stand eine Handdruckspritze, welche zum Einsatzort von einem Pferd gebracht wurde. Dieses Pferd wurde von einem Bauern bei Erklingen des Feuersignals bereitgestellt. Allerdings dauerte das Einfangen des Pferdes bei einem Einsatz in Sehestedt so lange, dass das Gebäude beim Eintreffen der Feuerwehr bereits abgebrannt war.  Nach dem Einsatz wurden die gebrauchten, nassen Schläuche an einem 5 m hohen turmartigen Gestell getrocknet. Das ist auch der Grund warum es eine Anekdote dazu gibt: Die Feuerwehr hatte in damaliger Zeit fast jede Woche ein Alarm und so hingen die Schläuche am "Turm" zum Trocknen, als das Feuerhorn und die Kirchenglocken wieder einen Alarm verkündeten. Das Pferd war schnell angespannt und schon war die Feuerwehr auf dem Weg zur Brandstelle. Einer der Feuerwehrleute die mit dem Fahrrad hinterher fuhren rief (mit einem Sprachfehler): "Du a, de Läuche!" jedoch verstand ihn keiner der Männer auf der Spritze. An der Brandstelle angekommen wurde das Malheur dann entdeckt, die Schläuche hingen am Feuerwehrhaus zum Trocknen... (überliefert aus der Chronik von Schweiburg) 

Im Jahre 1933 folgte dann die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Schweiburg (damals im 3. Reich auch "Hilfspolizei" genannt), diese nahm zum 01. April des Jahres ihren Dienst auf. Somit gilt der 01. April 1933 als die offizielle Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Schweiburg. Die Gründung fand im damaligen Scheeljes Gasthof (gegenüber der Deichschule) statt und wurde geleitet vom Gemeindevorsteher Luks, Bezirksbrandmeister Eilers und Bezirksadjutant Meyer (beide Varel). Grund dafür war, dass Schweiburg von 1868 bis 1933 zum Amt Varel gehörte und nach der Auflösung des Amt Varel an das Amt Wesermarsch (seit 1939 Landkreis Wesermarsch) fiel.

Zeitungsausschnitt vom März 1933

Die Leitung der Feuerwehr oblag ab 1933 bis 1955 Heinrich Schäfermeier (†). Laut alten Zeitungsausschnitten soll die Feuerwehr in insgesamt 3 Züge (Rönnelmoor, Süderschweiburg und Norderschweiburg/Sehestedt/Augusthausen) aufgeteilt gewesen sein, jeder Zug hatte eine Stärke von 8 Feuerwehrleuten. Dazu kamen der Hauptmann und sein Adjutant, was dann einer gesamten Stärke der Wehr von 26 Feuerwehrleuten entsprach.

Als erstes motorisiertes Feuerwehrfahrzeug diente ein 6-sitziger Hansa-Lloyd mit einer Pumpenleistung von 800 l pro Minute. Unterkunft der Feuerwehr war das Gerätehaus an der Bundesstraße gegenüber der Tankstelle (jetzige Fahrschule). 

Diese Fotomontage soll in etwa den Zustand damals zeigen.

Schon im Jahre 1940 konnte die Feuerwehr ein neues Fahrzeug entgegennehmen. Diesmal war es ein Mercedes-Benz Löschfahrzeug mit einem Anhänger und einer "Menselpumpe". In den Jahren des 2. Weltkriegs musste auch die Feuerwehr Schweiburg viele kriegsbedingte Einsätze in den brennenden Großstädten Wilhelmshaven, Bremerhaven und Bremen leisten. Bei einem Einsatz in Wilhelmshaven wurde die Pumpe zerstört und durch eine Wehrmachtspumpe ersetzt. Diese, von einem 2-Takt-Motor betriebene Pumpe, leistete später noch im Sägewerk Diekmann wertvolle Dienste. Es gibt Überlieferungen, wonach das alte Spritzenhaus in den Kriegsjahren kurzzeitig als Gefängnis diente, dies konnte aber nicht näher belegt werden.

Die Gemeinde Schweiburg war von 1948 bis ins Jahr 1974 eine selbstständige Gemeinde, aufgrund fehlender Uniformen der Feuerwehr wurden ausgediente Polizeiuniformen aus der Nähe von Rheine (Westfalen) organisiert.

 

Unsere Bilder zeigen Mannschaft und Gerät der Feuerwehr Schweiburg um 1948 / 1950

Im Jahr 1960 wurde dann die Tragkraftspritze (TS) erneuert und es wurde eine TS 8/8 der Fa. Metz angeschafft und in Dienst genommen. Die weiteren Jahre verliefen ohne besondere Vorkommnisse. Von 1955 bis 1987 wurde die Feuerwehr geleitet vom Ortsbrandmeister Helmut vor dem Berge (†), bis 1983 zusammen mit dem Stellvertreter Walter Hohn (†) und die Jahre 1983 bis 1987 war dann Egon Heidemann Stellvertreter. Gemeindebrandmeister in dieser Zeit waren Heinrich Schäfermeier (†) (1948 - 1962) und Georg Hohn (†) (1962 - 1975).

Die nächste große Anschaffung der Feuerwehr Schweiburg war das Tanklöschfahrzeug (TLF) 8/18 auf Hanomag Henschel F66. Dieses wurde am 26.08.1970 zugelassen und von Fa. Arve in Springe ausgebaut. Die nächste Neuanschaffung sollte nicht lange auf sich warten lassen, denn schon ein Jahr später wurde das nächste von Fa. Arve auf einem Hanomag Henschel F25 ausgebaute Fahrzeug in Dienst gestellt. Diesmal handelte es sich um ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit Erstzulassung 21.08.1971. Da das Feuerwehrhaus nur einen Stellplatz hatte wurde das TSF in einem Holzschuppen bei der Firma Krause, welche sich in unmittelbarer Nachbarschaft befand, untergestellt. Zur damaligen Zeit war die Tankstelle noch auf der gleichen Straßenseite wie das damalige Feuerwehrhaus, zusammen mit dem Omnibusbetrieb. Unsere Bilder zeigen das TLF im Jahr der Indienststellung, die Metz TS und das TSF.

 

Unter dem damaligen Ortsbrandmeister Helmut vor dem Berge konnte dann auch ein neues Domizil bezogen werden. Auf dem Grundstück der alten Gemeindeverwaltung von Schweiburg wurde im Jahr 1975 das dritte (und bis jetzt aktuelle) Feuerwehrgerätehaus erbaut. Dabei dient die alte Gemeindeverwaltung bis dato als Aufenthalts- und Schulungsraum und beherbergt im Obergeschoss den Hausmeister der Feuerwehr. Das Gebäude hat im Ort eine lange Tradition, erbaut im Jahre 1938 waren dort u. a. untergebracht die Post, Schneiderei H. Meier, ein Jugendheim und die Zimmervermittlung. Mittlerweile ist die Feuerwehr der einzige Nutzer des Gebäudes. Das Gerätehaus mit 3 Stellplätzen wurde abgesetzt, quer zur Kirchenstraße, auf dem Grundstück errichtet und konnte am 25.06.1977 in einer Feierstunde offiziell der Bestimmung übergeben werden. Gemeindebrandmeister der Gemeinde Jade zu der Zeit war August Klostermann mit Georg Hohn als Stellvertreter (1975 - 1983). Unsere Bilder zeigen die Pfahlgründung (erste Arbeiten), das Richtfest und die Einweihung.

Das 1980er Jahrzehnt sollte dann das Jahrzehnt mit einigen Neuanschaffungen für die FF Schweiburg sein. So wurde 1982 ein VW LT35 Kastenwagen von Firma Bruns beschafft und im Anschluss von den Kameraden in Eigenleistung zum TSF ausgebaut. Es sollte das TSF von 1971 ersetzen. Dieses Hanomag TSF fand aber weitere Verwendung bei der Freiwilligen Feuerwehr Jaderberg. Im Jahr 1985 wurde dann der erste hydraulische Rettungssatz für die Feuerwehr angeschafft und auf dem TLF verlastet, nur ein Jahr später kam dann der tragbare Stromerzeuger mit 5 KVA dazu. Die letzte Anschaffung in diesem Jahrzehnt war dann im Jahr 1989 der Ölwehr-Anhänger, um bei möglichen Haverien bei der "Brigitta" BEB Erdölgesellschaft in Diekmannshausen schnelle und gezielte Hilfe leisten zu können. 

In den Jahren 1987 - 1993 war Egon Heidemann Ortsbrandmeister zusammen mit seinem Stellvertreter Peter Bäkermann. Von 1983 bis 1999 war Walter Hohn Gemeindebrandmeister mit seinem Stellvertreter Karl-Heinz Schmidt (†). Darauf folgte dann Peter Bäkermann (1999 - 2002) und Diedrich von Thülen (2002 - 2018). In dieser Zeit gab es einige Wechsel bei den Stellvertretern. Es waren neben dem bereits genannten Karl-Heinz Schmidt, Herwart von Waaden, Peter Scholz und Uwe Mohrhusen.

Von 1993 bis 1999 besetzte Peter Bäkermann den Posten des Ortsbrandmeisters, sein Stellvertreter war Jörg Schröder. Gegen Ende des Jahres 1990 wurde dann noch eine TS als Ersatz für die mittlerweile 30 Jahre alte Metz TS beschafft, diesmal war es ein Modell der Firma Ziegler mit dem Namen "Ultra Leicht" und einem 2-Takt-Motor. Der Name Ultra Leicht konnte allerdings nicht so verstanden werden, denn diese TS hatte immerhin noch ein stolzes Gewicht von 150 kg (mit Anlasser). Die Bezeichnung "Ultra Leicht" bezog sich laut Hersteller darauf, dass eine Gewichtseinsparung von 40 kg zum zulässigen maximalen Gewicht laut der damaligen DIN 14410 gegeben war. Ebenso wurde in diesem Jahr auch das Grundstück mit dem alten Feuerwehrhaus zum Preis von 150,-DM von Georg Wessels erworben, damit war der Grundstein für die am Anfang der Chronik beschriebene Restauration gelegt. Unsere Bilder zeigen den Zustand des alten Spritzenhauses beim Erwerb, die Restaurierung sowie die Einweihung im Juni 1993. Zur Einweihung waren an der Tür noch die Firmen und Spender genannt, welche das Projekt "altes Spritzenhaus" unterstützt haben.

  

Anfang der 1990er Jahre wurde Egon Heidemann für die erbrachten Leistungen als Ortsbrandmeister geehrt, weiter wurde Georg Hohn zum Ehrengemeindebrandmeister ernannt. Zur Einweihung des alten Spritzenhauses, sowie zum 60 jährigen Bestehen der Feuerwehr Schweiburg wurde auf der Weide gegenüber vom Feuerwehrhaus (heutiger Dorfplatz) ein Gemeindefeuerwehrtag mit Wettbewerben ausgetragen. Besonderes Highlight war, neben der Einweihung, eine historische Löschvorführung der Feuerwehr Borgstede. Ein ähnliches Fahrzeugmodell war von 1940 bis 1970 auch in Schweiburg stationiert.

 

Aber auch in diesem Jahrzehnt gab es größere Anschaffungen für die Feuerwehr Schweiburg. So wurde im Jahr 1994 ein neues TLF als Ersatz für den Hanomag von 1970 angeschafft. Das Fahrzeug ist ein TLF 16/24 Tr. aufgebaut von Magirus auf einem Iveco Fahrgestell mit Singlebereifung und Geländetauglichkeit. Da dieses das erste Fahrzeug in einer solchen Konfiguration war (3 Gerätefächer pro Seite) wurde das Fahrzeug auf der Interschutz 1994 in Hannover ausgestellt, ebenso fungierte das Fahrzeug als "Foto-Model" auf den Prospekten von Magirus für diesen damals genormten Fahrzeugtyp. Das Fahrzeug ist bis zum heutigen Tage in Diensten der Feuerwehr. Die nächste größere Anschaffung sollte dann ein MTF auf VW T4 mit langem Radstand sein. Nach Beschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs und der Umlackierung auf "Feuerwehrrot" (RAL 3000) wurde das Fahrzeug in Eigenleistung mit einem Heckausbau, Sondersignalanlage und weiteren feuerwehrtechnischen Ausstattungen versehen. DAs MTF wurde am 03. September 1999 in Dienst gestellt. Unsere Bilder zeigen zum einen beide Generationen TLF und das MTF.

 

 




Ansicht der Freiwilligen Feuerwehr Schweiburg nach heutigem Stand




Zur Zeit sind in der Stützpunktfeuerwehr Schweiburg 42 Kameradinnen und Kameraden aktiv. Geleitet wird die Feuerwehr seit 1999 durch den Ortsbrandmeister Jörg Schröder. Stellvertreter waren Torsten Wiemer (1999 - 2010), Thomas Grimm (2010 - 2018) und seit 2018 Frerk Meinardus.

Eine eigene Jugendfeuerwehr gibt es in der Feuerwehr Schweiburg nicht, da unser Nachwuchs, wie auch aus den anderen drei Gemeindefeuerwehren, zu der Jugendfeuerwehr Jade dazugehört, welche organisatorisch der Freiwilligen Feuerwehr Jade untergeordnet ist. Mittlerweile ist ein großer Teil der Aktiven (auch Ortskommandofunktionen) aus der seit 1976 bestehenden Jugendfeuerwehr Jade empor gewachsen. (siehe Artikel „Geschichte der JF Jade)

Aktuell obliegt seit 2018 Gemeindebrandmeister Thomas Grimm mit seinem Stellvertreter Jan Hauerken die Leitung der Gemeindefeuerwehr.


Diese Chronik wird ständig erweitert. Also lohnt sich das Reinschauen immer wieder.

Ein ganz großes Dankeschön für die Bereitstellung der Bilder, Daten und Erinnerungen geht an unseren ehemaligen Ortsbrandmeister Egon Heidemann ohne sein Wissen und sein mühevolle Handarbeit (einscannen alter Berichte und Fotos) eine solche Chronik gar nicht möglich wäre.

Weitere Fahrzeug Bilder finden Sie unter dem Punkt "Fahrzeuge", sowie dem Punkt "ehemalige Fahrzeuge".

Alle Fotos und sonstige hier abgebildeten Objekte unterliegen dem Copyright der Freiwilligen Feuerwehr Schweiburg. Eine Verwendung dieser Materialien ist nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung gestattet.

 

Stand der Daten: 10. April 2020


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